Nassovenpost vom Oktober 1948

 

Liebe Nassoven!

 

Eigentlich hatten wir in unseren letzten "Mitteilungen" versprochen, noch während des Sommers wieder etwas von uns hören zu lassen. Zu unserer Entschuldigung können wir indes einiges Entlastungsmaterial vorlegen. Erstens hatte die Währungsreform eine (vorerst chronische) Flaute in der Nassoviakasse verursacht und es war nur unter großen Mühen möglich, aus den Eingängen die laufenden Kosten - besonders Regattabesuch und Reparaturen - zu bezahlen. Es ist klar, daß unter solchen Umständen der Pressewart die Kosten für die "Mitteilungen" nicht in den Ausgabenplan hineinschmuggeln konnte. Zweitens waren in der Regattasaison alle Geister derartig auf die Erringung einer mög1ichst hohen Zahl von Regattasiegen konzentriert, daß kaum Zeit für andere Dinge blieb. Diese verschoben wir auf den Winter.

 

Jetzt aber ist es soweit und wir wollen versuchen, das Versäumte nachzuholen. Zunächst belästigen wir Sie mit einer gesteigerten Quantität des Materials. Darüber hinaus wollen wir es mit einer Auflockerung unserer "Mitteilungen" versuchen. Wir möchten davon abgehen, alles mit der Vorstands-Brille zu betrachten, sondern wir wollen allen Mitgliedern, auch den jüngsten, Gelegenheit geben, hier über Fragen, die uns interessieren, zu Wort zu kommen. Wir haben heute damit den Anfang gemacht, indem wir verschiedene Kameraden baten, über sie besonders interessierende Dinge zu berichten.

Wir hoffen, daß auf diese Art ein reger Meinungsaustausch aller Nassoven in Gang kommt, z.B. über Ruderstil, Trainingsfragen, unterhaltende Veranstaltungen usw. Sehr willkommen wären uns Anregungen, dies oder jenes besser zu machen. Wir wollen jede Ansicht, auch kritische, hier getreulich allen Nassoven zur Kenntnis bringen. Vielleicht kann dann die Clubleitung neue Gesichtspunkte und Anregungen für ihre künftigen Entschlüsse gewinnen.

So wollen wir hoffen, daß unser Blättchen ein Platz wird, in dem alle Nassoven zu allen reden und der Pressewart würde sich freuen, wenn ihm recht vie1e Beiträge ins Haus regnen. Auf geht's!

 

Interne Regatta

Mit unserer Clubregatta beschlossen wir am 18.9.1948 unsere Rudertätigkeit, in zehn Rennen hatten alle unsere Ruderer Gelegenheit, einmal ihr Können zu zeigen. Die Rennen zeigten harte Kämpfe. Erstmalig wurde ein Einer-Rennen in Aeppelkähnen vorgeführt. Die 3 beteiligten Ruderer wurden alle zu Siegern erklärt und damit dem Rudersport neue Möglichkeiten eröffnet. In 2 Gastrennen waren vier befreundete Vereine am Start und bereicherten dadurch in erfreulicher Weise das Programm. Den Chattia-Vierer gewann die Mannschaft H. Schöll, G. Diefenbach, K.-H. Jäger, J. Hartleib jun., St.: N. Dieckmann.