Chronik

Mit dem Gründungsjahr 1881 gehört der „Ruder-Club Nassovia Höchst 1881 e.V.“ zu den ältesten Mitgliedern des Deutschen Ruderverbandes und zu den traditionsreichsten Vereinen in Frankfurt am Main / Höchst. Gleichwohl waren die Anfänge zunächst bescheiden. Nur wenige, meist von außerhalb in die aufstrebende Industriestadt Höchst am Main gekommene, Mitglieder betrieben anfangs die neue, aus England gekommene Sportart. Langsam aber stetig ging es aufwärts und seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts trat der Verein vermehrt ins Rampenlicht. Die Einweihung eines ersten eigenen Bootshauses 1902 und die Gründung einer Schülerabteilung zur gezielten Förderung des Nachwuchses legten den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. Zwar waren die Mitglieder noch längere Zeit unter den „oberen Zehntausend“ zu finden, doch die lange Entwicklung im 20. Jahrhundert baute, vor allem nach dem 2. Weltkrieg, auch diese gesellschaftlichen Schranken ab. Die verbreiterte Mitgliederbasis führte alsbald zu großen Erfolgen im Leistungssport.

 

Schon in den 20er Jahren war man zeitweise unter die „prominenten“ Mitglieder des Deutschen Ruderverbandes aufgerückt. Von den 48 Regatta-Siegen in dieser Zeit wurden nicht wenige von dem legendären „Kramer-Vierer“ mit dem Instruktor Fritz Schlitt am Steuer und von dem international erfahrenen Rudolf Großmann eingefahren. Die 1931 gegründete Damenabteilung glänzte 1949 mit der ersten Deutschen Meisterschaft für die NASSOVIA überhaupt. Die große Zeit der NASSOVIA aber begann Ende der fünfziger Jahre mit den Trainern Karl Bossak und Fritz Brumme. Aus einer starken und mit Leistungsträgern dicht besetzten Jugendabteilung gingen die Ruderer hervor, die Regatta-Siege, Eichkranzsiege, und Deutsche Meisterschaften in Serie nach Höchst brachten. Höhepunkte waren die Erringung der Europameisterschaft 1961 und der Weltmeisterschaft 1962 durch den Zweier  Wolfgang Neuss/ Klaus- Günter Jordan mit Steuermann Frank Steinhäuser.

 Die Einweihung eines neuen Bootshauses mit eigener Turnhalle war ein weiterer Markstein in der Erfolgsgeschichte der 60er Jahre.

 

Nach einer Atempause von etwas mehr als einem Jahrzehnt wurde das jüngste Kapitel in der Erfolgsgeschichte der NASSOVIA aufgeschlagen. Die Zeit, da ein einzelner Verein einen kompletten Achter zu Meisterschaftsehren führen konnte war vorbei; Renngemeinschaften bestimmten den Rudersport. Und eine neue Bootsgattung mauserte sich zu internationaler Klasse: die Leichtgewichtsruderer.  Schon 1982 konnte die NASSOVIA mit ihnen wieder den Titel eines Deutschen Meisters erringen.

 Bis heute bleiben die Nassoven wieder in der Erfolgsspur. Detlev Glitsch, Andreas Hobler, Wolfram Thiele, Daniel Rosenberger, Simon Gawlik  und Lukas Linden sind nur einige der erfolgreichen Ruderer, die in Renngemeinschaften und im Nationalteam bis heute zahlreiche Titel, darunter Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften, Vizeweltmeisterschaften und erneut Weltmeisterschaften nach Höchst brachten. Einen großen Anteil daran hatten wiederum die Trainer Udo Hild und Olaf Moll, die eine gezielte Nachwuchsförderung betrieben.

 

In der NASSOVIA wird heute gleichberechtigt Breitensport und Leistungsrudern nebeneinander betrieben. Das Eine ist die Basis für das Andere. Wie seit mehr als 100 Jahren ist die NASSOVIA ein wirklicher „Verein“ eine Gemeinschaft in der man seinen – durchaus unterschiedlichen – sportlichen Neigungen ebenso nachgehen kann, wie man sich auch im Hochleistungssport dem internationalen Wettbewerb stellen kann. Die breite Basis trägt den Spitzensport, aber die Leistungsträger sind keine erfolgreichen Legionäre, sondern fest in ihrem Verein, dem „Ruder-Club Nassovia Höchst 1881 e.V.“ verwurzelt. Das ist seit der Gründung vor mehr als 125 Jahren das Erfolgsgeheimnis der NASSOVIA und bietet die besten Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft.

Wolfgang Metternich

 

 

1881

Am 13. April Gründung im Gasthaus „Zum Grünen Baum“, Hauptstraße 42,

 

heute Bolongarostraße 122.

 

Erster Bootschuppen im Bereich der Mainmühle.

1882

Die NASSOVIA gehört zu den Mitgründern des Deutschen

 

Ruderverbandes.

1884

Am 27. Juli erster Regattasieg mit einem Vierer in Mannheim.

1902

Am 11. Mai Einweihung des ersten eigenen Bootshauses an der

 

Schützenbleiche.

1907

Gründung einer Schülerabteilung. Beginn des Jugendruderns.

1923

Anschaffung des ersten Motorbootes.

1926

Erweiterung des Bootshauses an der Schützenbleiche.

1931

Gründung einer Damenabteilung.

1935

Mit einer neuen Vereinsatzung erfolgt die „Gleichschaltung“ der

 

NASSOVIA im nationalsozialistischen Sportbetrieb.

1940

Zwangsweise Umbenennung in „Rudergemeinschaft Nassovia 1881“.

1944

Einstellung des Ruderbetriebes im 2. Weltkrieg.

1945

Ende des Jahres Wiederbelebung des Ruderbetriebes.

1946

Am 5. April offizielle Neugründung des „Ruder-Club Nassovia Höchst 1881 e.V.“

1949

Erste Deutsche Meisterschaft der NASSOVIA durch den Frauen-Vierer.

1957

Beginn der Tätigkeit der Erfolgstrainer Karl Bossak und Fritz Brumme.

1958

Die NASSOVIA erringt zwei Deutsche Jugendmeisterschaften im

 

Vierer und Achter

1962

Wolfgang Neuss und Klaus-Günter Jordan werden Henley- Sieger im

 

Zweier ohne Steuermann

1962

Wolfgang Neuss und Klaus-Günter Jordan erringen mit

 

Steuermann Frank Steinhäuser die Weltmeisterschaft.

1963

Wolfgang Neuss und Klaus-Günter Jordan  erringen mit

 

Steuermann Frank Steinhäuser die Europameisterschaft

1964

Am 21. November Grundsteinlegung für das neue Bootshaus an der Wörthspitze

 

bei Nied.

1967

Am 15. April Einweihung des neuen Bootshauses an der Wörthspitze.

1986

1987

Detlef Glitsch und Andreas Hobler werden Vizeweltmeister mit dem Deutschen Leichtgewichtsachter

1992

Wolfram Thiele wird Europameister im Vierer mit Steuermann  

1993

Daniel Rosenberger wird  Europameister im Leichtgewichtsvierer

 

ohne Steuermann

1998

Daniel Rosenberger wird Weltmeister mit dem Deutschlandachter

 

im Leichtgewicht

2002

Simon Gawlik wird Vize-Weltmeister im Junior-Doppelvierer

2004

Simon Gawlik wird Weltmeister  im U 23 Doppelvierer

2008

Lukas Linden wird Weltmeister im Junior-Doppelvierer