Rund um den Kühkopf

Nachdem Dagmar Hübner, Dirk Stanischewski, Dominik Schenkel, Christian Fuchs und Martin Monshausen als Steuermann im letzten Jahr bereits an der Regatta „Rund um den Kühkopf“ teilgenommen hatten, stand auch dieses Jahr fest, dass wir wieder teilnehmen wollen.

 

Auf Grund des Wegzugs von Dominik Schenkel und der Verhinderung von Dirk Stanischewski diesmal jedoch mit geänderter Mannschaft. Der letztjährige Steuermann Martin Monshausen nahm diesmal als Ruderer teil, für Dirk hatten wir Wolfgang Becker gewinnen können und als Steuermann erklärte sich Tomi Kalin bereit.

 

Zwei Tage vor der Regatta kam es dann leider noch zu einer schlechten Nachricht: Christian Fuchs war leider stark erkrankt, so dass er doch nicht an der Regatta teilnehmen konnte. Als Ersatz konnten wir Peter Antony-Spies finden.

 

Neben uns startete auch Sascha Ravens von der FRG Nied im Einer, Bernd Ravens (FRG Nied) und Stefan Ehrhard im Zweier und Rüdiger Dingeldey (RCNH), Martin Clark (FRG Nied), Martin Wolters (FRGN), Gisela Taeuber (FRGN) und Jennifer Stefani (RCNH) als Steuerfrau im Vierer.

 

Bei der Regatta „Rund um den Kühkopf“ handelt es sich um eine Langstrecken-Regatta für Renn-Einer und -Zweier und Gig-Vierer. Der Name ist hier Programm: Bei der Regatta wird der bei Darmstadt liegende Kühkopf – ein am Rhein liegendes Naturschutzgebiet – einmal umrundet. Die Strecke ist ca. 23 Kilometer lang und führt über Alt- und Neu-Rhein. Die Steuerleute sind hier wegen des kurvigen Streckenverlaufs und der welligen Ausfahrt auf den Neu-Rhein gefordert.
Die Regatta findet traditionell am Fronleichnams-Tag statt.

 

Letztes Jahr wurde wegen Niedrigstandes des Rheins eine geänderte und verkürzte Strecke gefahren. Dieses Jahr war jedoch wieder alles beim Alten, die gewohnte Strecke mit 23 Kilometern wurde befahren.

 

Wir starteten bereits um 7:45 Uhr von Frankfurt aus, wobei wir den Anhänger des Ruderclubs Nied nutzten und Jennifer Stefani, Martin Clark und Sascha Ravens mitnahmen. So waren wir rechtzeitig in Stockstadt (bei Darmstadt) wo wir bereits von den verbleibenden Ruderern erwartet wurden.

Das Wetter war sonnig und noch nicht zu heiß, also super Bedingungen.

 

Nach dem Aufriggern unserer Boote und intensiver Einweisung der Steuerleute in die Streckenführung und die zu fahrende Ideallinie, reihten wir uns mit unserem Boot Weissensee in die Schlange zum Ablegen.

Dabei bemerkten wir, dass unserem Schlagmann Wolfgang eine Flügel-Mutter am Stemmbrett fehlte. Diese konnten wir jedoch Gott-sei-Dank noch durch eine Schrauben-Mutter ersetzen.

 

Nach kurzem Einrudern und intensiven Einstellarbeiten unserer Mannschaft, wurde es dann ernst: Der Start. Mit einem ruhigen, aber kraftvollen Schlag legten wir los und behielten diesen auch die gesamte Fahrt und auch auf dem Neu-Rhein bei. Das Boot lief optimal und die Mannschaft hatte sehr schnell zu einander gefunden.

 

Die ersten Kilometer auf dem Altrhein waren im Nu zurückgelegt und bald war die Ausfahrt auf den Neu-Rhein in Sicht. Die Absprache von Schlagmann und Steuermann war optimal und wir wendeten in Ideallinie auf den Neu-Rhein.

Hatten wir auf den ersten Kilometern auf den Alt-Rhein noch den nach uns gestarteten Vierer in Sicht, sorgte unsere optimale Wende auf den Neu-Rhein für mehr Abstand.

 

Auf dem Neu-Rhein wird gegen die Strömung gerudert. Trotz der Strömung und einigen Wellen ließen wir uns nicht aus unserem Takt bringen und behielten unseren Schlag bei. Gepaart mit der super Steuerleistung unseres Steuermanns auch auf dem Neu-Rhein, wuchs unser Vorsprung zum Nachfolgenden an. Auch der Abstand zu unseren Vorgängern wurde stark verkürzt, wie wir bald merken würden.

 

Bald war die Einfahrt vom Neu-Rhein in den Alt-Rhein sichtbar und es zahlte sich aus, dass unser Schlagmann Wolfgang die Strecke sehr gut kannte und zusammen mit dem Steuermann eine optimale Einfahrt in den Alt-Rhein meisterte; wo wir das erste Boot sahen, was vor uns gestartet war.

Sofort wurde bemerkbar, dass wir aus der Gegenströmung des Neu-Rheins heraus waren, denn das Boot zog nun wieder pfeilschnell durch das Wasser und wir hatten nach einigen Schlägen bereits den ersten Gegner überholt.

 

Wir hatten bereits zwei Drittel der Strecke hinter uns und einen weiteren vor uns gestarteten Vier hinter uns gelassen. Das Boot lief weiter super und die Schläge brachten uns immer näher zum Ziel. Wir hatten keine Zeit uns an der schönen Landschaft am Kühkopf zu erfreuen, die in den Augenwinkeln an uns vorbeizog.

 

Auch das letzte Drittel ließen wir, wie die vorherigen Drittel, hinter uns und das Ziel rückte immer näher. Bald waren es nur noch wenige Kilometer und wir ließen nun auch den ersten Einer hinter uns.

Bald war auch der Endspurt ausgerufen und wir legten unsere letzten Kräfte in die letzten Schläge. Die Zielglocke beendete dann unsere Fahrt und alle waren glücklich, dass wir das Ziel erreicht hatten; und das in einer super Zeit von 1:39 h für die 23 Kilometer.

 

Bezüglich der Zeit hält die Regatta noch eine weitere Besonderheit bereit: Anders als bei anderen Regatten wo Altersgruppen getrennt voneinander gewertet werden, fahren hier alle Boote einer Bootsklasse gegeneinander. Dafür gibt es jedoch ein Bonussystem, das je nach Alter und Geschlecht der Ruderer einen Wertungsbonus einräumt, der die Zeit positiv beeinflusst.

Dass Martin diesmal mitgerudert ist, hat sich hier erst einmal negativ ausgewertet, da dieser keinen Bonus erhält. Die Hinzunahme von Peter beeinflusste unsere Zeit jedoch sehr positiv. Später erfuhren wir, dass er zu den ältesten Teilnehmern gehörte – jedoch den anderen in nichts nachstand.

 

Nach der Dusche und beim gemütlichen Zusammensitzen bei Getränken und Speisen des Ruderclubs Neptun waren die Strapazen unseres Laufs schnell vergessen und wir konnten das schöne Wetter genießen.

 

Bei der Siegerehrung musste sich Sascha leider aufgrund des fehlenden Bonus seinen beiden wesentlich älteren Gegnern geschlagen geben, da seine schnellere Zeit nicht den Bonus der Gegner ausgleichen konnte.

 

Bernd und Stefan mussten sich nur dem Zweier mit Sybille Roller und ihrem Bootspartner geschlagen geben, die die schnellste Zeit der Regatta im Renn-Zweier fuhren.

 

Bei den Vierern gewann erwartungsgemäß das Team um Rüdiger, jedoch trennten nur drei Minuten deren Zeit von unserer. Die schnellste Zeit, jedoch mit schlechterem Bonus, fuhr ein Boot aus Karlsruhe und wurde Zweiter. Wir wurden gute Dritte.

 

Wir erhielten die speziellen Kühkopf-T-Shirts, die uns nun an unser tolles Rennen rund um den Kühkopf erinnern werden.


Martin Monshausen