Deutsche Jugendmeisterschaften im Rudern

Maike Stanischewski errudert sich die Bronzemedaille

Bild: Teilnehmer an den Deutschen Jugendmeisterschaften der Nassovia-Höchst.
v.l.: Björn Stanischewski, Maike Stanischewski, Zoe Vogelsang, Jean-Baptiste Monnet, Johannes Steinbach

Im vergangenen Jahr deutete sich mit Erfolgen im Bundeswettbewerb der Kinder und dem Sieg auf den Hessenmeisterschaften bereits an, dass die Höchster Jugendruderer auch in diesem Jahr bei den nationalen Meisterschaften mitmischen wollen. Nach Siegen und vorderen Plätzen auf den Prüfungsregatten im Frühjahr qualifizierten sich die Höchster Ruderer Jean-Baptiste Monnet, Björn Stanischewski und Johannes Steinbach zusammen mit Mariusz Kurz von der Undine Offenbach für die U-17 Meisterschaften.

Köln 20./23. Juni 2013, An einem herrlichen Wochenende wurden Deutschlands beste Jungruderer auf der Regattabahn in Köln-Fühlingen begrüßt. Die vier Ruderer und ihre Steuerfrau Zoe Vogelsang gingen im gesteuerten Leichtgewichts-Junioren-Doppelvierer an den Start. Beeindruckt von der großen Veranstaltung und der mentalen Anspannung zum ersten Mal bei einer Jugendmeisterschaft dabei zu sein, galt es die Startvorbereitungen konzentriert anzugehen.

 

Wie gut es den Jungen gelang zeigte sich nach den Zeiten der Vorläufe. In ihrem Lauf hatten sie mit den Favoriten und Medaillengewinner des Vorjahres die schwerste Auslosung gehabt und den vierten Platz belegt. Ihre Zeit hätte in anderen Vorläufen zum Sieg gereicht. Entsprechend motiviert lagen sie im Hoffnungslauf am Start. Schließlich sollte mindestens das Halbfinale erreicht werden. 

 

Nach dem Start lagen sie jedoch am Ende des Feldes, fanden dann aber schnell ihren Rhythmus und schoben sich über die Wettkampfdistanz von 1500 Metern immer weiter nach vorne: Im Schlussspurt konnte das Boot aus Mainz noch knapp abgefangen werden und der zweite Platz errudert werden. Der Abstand auf die Sieger des Laufes aus Hamburg betrug im Ziel weniger als eine halbe Bootslänge und auf einmal war nicht nur das Halbfinale erreicht, sondern sogar das Finale könnte bei einer weiteren Steigerung auf einmal im Bereich des Möglichen liegen.

 

Das Rennen am Samstag würde die Gewissheit bringen. Leider fehlte bei der Bahnverteilung das Quäntchen Glück und ihre Außenbahn durch böige Winde und sehr unruhiges Wasser am Stärksten betroffen. Nicht nur Steuerfrau Zoe hatte ihre Mühe mit dem Ausrichten des Bootes am Start, auch während des Rennens galt es immer wieder gekonnt das Boot im Geradeauslauf zu halten. Der Vierer zeigte wieder eine ansprechende Leistung und großen Kampfgeist, musste aber in der zweiten Streckenhälfte den äußeren Bedingungen Tribut zollen und verpasste den dritten Platz und damit das große Finale. Doch die Teilnahme am B-Finale war schon mehr als die vier Freunde sich vorher erträumt hatten. Die körperliche Belastung war allen anzumerken, aber die Rennerfahrung der Vortage kompensierte dies. In diesem Finale kam der Höchster Vierer viel besser vom Start weg und die Bewegungsabläufe spulten sie in einer sehr harmonischen Zusammenarbeit ab. Mit zunehmender Renndauer schoben sie ihre Bootsspitze immer weiter nach vorne. Am Ende fehlte nur eine Luftkastenlänge zum dritten Platz. Ein spannendes Rennen für die Zuschauer, bei der die ersten vier Boote innerhalb einer halben Bootslänge das Ziel passierten. Hamburg, Bessel, Minden, Höchst lautete die Reihenfolge. Erschöpft aber glücklich nahmen Björn, Jean-Baptiste, Johannes, Mariusz und Zoe die Glückwünsche ihrer Trainerin Kirsten Stanischewski und den mitgereisten Eltern und Freunden entgegen.

Freude über Bronze: Maike Stanischewski
Freude über Bronze: Maike Stanischewski

Die Nassovenfarben vertrat Maike Stanischewski im Hessen-Vierer der Juniorinnen der Altersklasse B. Gemeinsam mit ihren Bootskameradinnen Frederike Ewert (Undine Offenbach), Charlotte Meinen (Hassia Hanau), Schlagfrau Wiebke Hanack (Möwe Großauheim) und Steuermann Patrick Möbs (Hassia Hanau) wollte sie ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitsprechen. Im letzten November fand der erste Sichtungslehrgang statt und ab Januar folgte die Zusammensetzung des Vierers. Das Ostertrainingslager und die vielen gemeinsamen Trainingseinheiten auf dem Wasser sorgten für perfekte Synchronisation der Bewegungsabläufe und eine harmonische kraftvolle Wasserarbeit.

 

Die bisherigen Saisonergebnisse machten berechtigte Hoffnungen auf das Siegertreppchen. Gut eingestellt von ihrem Trainer Marko Wanke zeigten sie bereits im Vorlauf ihre momentane Stärke. Mit einem unangefochtenen Start-Ziel-Sieg waren die Weichen gestellt. Das Halbfinale am Samstag wurde mit einer halben Bootslänge Vorsprung ebenfalls sicher gewonnen und alles andere als eine Medaille im Finale wäre wohl eine Enttäuschung für die sympathischen und fröhlichen Mädels gewesen. Die Frage war nur, ob die in diesem Jahr bisher ungeschlagene Mannschaft aus Schleswig-Holstein erreichbar ist und wie sich der neu zusammengestellte Vierer aus Sachsen schlagen würde. 

 

Dieses Boot hatte ebenfalls seinen Vorlauf gewonnen, aber in einer schwächeren Zeit als der Hessenvierer. Zwischen diesen drei Booten würden die Medaillen verteilt. Nach dem Start wurde schnell klar, dass Gold nur an die vier Ruderinnen aus Schleswig-Holstein gehen konnte. Dahinter lieferte sich die hessische Renngemeinschaft aus Höchst, Hanau und Offenbach mit dem Boot aus Sachsen einen packenden Kampf um Platz 2. Im Ziel hatten die Ruderinnen aus Sachsen die Bootsspitze vorne, aber Maike, Frederike, Charlotte, Wiebke und Patrick freuten sich gemeinsam mit Trainer, Eltern und Freunden riesig über die Bronzemedaille und genossen die Ehrung auf dem Siegersteg. Für die jungen Ruderinnen hatte sich das harte Training der letzten Monate ausgezahlt.


Nach der Sommerpause heißt es für die Aktiven wieder intensiver zu trainieren. Schließlich gilt es Anfang Oktober bei den Hessenmeisterschaften erneut am Siegersteg anzulegen. 

 

Klaus Krämer