Höchst - Neuss 2.0

Am 28. April machten sich 15 Ruderinnen und Ruderer mit drei Dickschiffen (D-Gig-Boote) des Neusser Rudervereins auf die insgesamt 265 km lange Strecke von Frankfurt-Höchst nach Neuss am Niederrhein.

Nachdem am Freitagnachmittag die Boote des RV Neuss bei der Nassovia angeliefert, abgeladen und aufgeriggert waren, der erste Äppler zur Begrüßung getrunken war, wurde noch ein Altstadtspaziergang durch Höchst gemacht. Ein gemeinsames Abendessen auf dem Marktplatz im Bären rundete den Abend ab. Hessische Spezialitäten wie Äppler, Grüne Soße und Handkäse mit Musik erleichterten dabei das gegenseitige kennen lernen.

 

Auf den Main ging es dann am Samstagmorgen nach einem opulenten Frühstück bei Ronald, der sein Dachgeschoss den Neussern zur Übernachtung zur Verfügung gestellt hatte, erstes Thermomatten-Feeling inklusive. Natürlich etwas später als geplant, denn bis das gesamte Gepäck in den Booten und unter den Bug- und Heckabdeckungen verstaut war, dauert am 1. Tag halt etwas länger. Ein begleitender Landdienst war bei dieser Wanderfahrt nämlich nicht vorgesehen. Zum Glück legen Ruderer nun mal keinen Wert auf Rollkoffer und Beauty-Case.

 

Der erste Rudertag führte uns nach Geisenheim zum dortigen Wassersportverein. Nachdem die beiden Mainschleusen schnell und problemlos überwunden waren, ging es nach zähem Start durch die langsame Fließgeschwindigkeit des Mains nun auf dem Rhein dann etwas flotter voran. Eine ausgiebige Kaffepause im Schiersteiner Hafen gab Kraft für die Weiterfahrt an der Rheingauer Riviera bei Eltville vorbei nach Geisenheim.

 

Pfalz bei Kaub
Pfalz bei Kaub

Nach kurzer Nacht bot der nächste Tag dann zahlreiche Höhepunkte mit der Fahrt durchs Binger Loch, am Mäuseturm vorbei, durchs Weltkulturerbe Mittelrhein mit seinen zahlreichen Burgen, der Pfalz bei Kaub, bis nach Neuwied. Zum Glück hielt sich der Schiffsverkehr in diesem Streckenabschnitt über insgesamt 85 Ruderkilometer in Grenzen, sodass auch die nicht ungefährliche Passage an der Loreley vorbei problemlos gerudert werden konnten.

 

Auch das Andernacher Loch, berüchtigt wegen der engen Durchfahrt mit oft quer stehenden Wellen und Gegenwind, war am 3. Tag problemlos zu rudern. Eine schöne Pause auf dem sonnigen Steg der Rudergesellschaft Bonn gegenüber dem ehemaligen Sitz des Bundespräsidenten, der Villa Hammerschmidt, motivierte noch mal für die letzte Etappe nach Köln, wo wir in historischem Ambiente der alten Umkleideräume des Ruderverein Rodenkirchen 1877 nach 75 Tageskilometern gegen 18 Uhr ankamen. Ein Begrüßungskasten Kölsch war schnell geleert, bevor es zum Abendessen in die „Alte Liebe“, einem schönen schwimmendem Restaurantschiff, ging.

 

Der letzte Rudertag von Köln nach Neuss über 52 km wurde dann mehr oder weniger gemütlich auf einer A…backe abgeritten, wo wir bereits gegen 15 Uhr ankamen. Nach dringend notwendiger Boots- und Körperpflege traf man sich noch einmal auf der Restaurantterrasse des Rudervereins auf einen letzten Kaffee oder Bier um die von Dominik bestens organisierte Tour Revue passieren zu lassen.


Fazit: Diese Wanderfahrt mit den Sportkameraden vom Niederrhein, bei denen sogar zwei Ruderinnen aus dem Bundesligaboot der Renngemeinschaft Neuss-Düsseldorf teilnahmen, hat allen Beteiligten unheimlich Spaß gemacht. Für uns interessant war dabei auch einmal Strukturen eines anderen Vereins näher kennen zu lernen. Ausgiebig wurde immer wieder über Vereinskultur, Freiwilligendienste, Bootsausstattungen, Ruderangebote, Steuer- und Obmannausbildung und vieles mehr diskutiert. Bevor wir uns mit dem Zug wieder auf dem Heimweg machten, wurde noch der Wunsch geäußert, solche vereinsübergreifende Wanderfahrten öfters gemeinsam zu organisieren. Mal sehn, wir arbeiten dran. Eine Wiederholung Frankfurt-Neuss ist jedenfalls nächstes Jahr nahe liegend.

 

„Vielleicht ist dies der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ (Humphrey Bogart alias Rick in Casablanca).