Starnberger Roseninsel-Achter – eine Regatta ohne Rudern am 25.10.2010


Wie das, mag sich die Leserin, der Leser fragen. Nun, es begab sich zu der Zeit, als der Herbst 2010 sich von seiner stürmischen Seite zeigte. Tage davor noch ruhiges Altweibersommer-Wetter, dann ein rasch von Westen heranziehendes Tiefdruckgebiet. Wir hatten es uns auf allen möglichen Kanälen vorher angeschaut, Wetterkarten im Fernsehen, Internet…. alle zeigten, dass das schlechte Wetter sich in Richtung München bewegen würde. Und es stimmte. Rechtzeitig zum Samstag, zur Jubiläumsveranstaltung des Veranstalters erreichten Regen und starker Wind den Starnberger See. Nachdem morgens die ersten der insgesamt rund 80 gemeldeten Boote schon beim Rudern zum Start hin voll Wasser geschlagen waren, wurde die Regatta unterbrochen und später komplett abgebrochen.

 

Was ein Aufwand für ein Nicht-Rudern! - Aber Ruderer wären ja nicht Ruderer, wenn sie nicht einen Plan B hätten und außerdem auch verrückt genug, diesen umzusetzen. So wurde stattdessen ein Achter-Ergometer-Wettbewerb aus der Taufe gehoben. Die Mannschaften, die bereit waren, das Rudern auf dem Wasser durch Ergometer-Rudern zu ersetzen, ruderten als Mannschaft – ein Ruder nach dem anderen mit fliegendem Wechsel jeweils einen Kilometer – gegeneinander ein Acht-Kilometer-Rennen. Später wurden die Gesamtzeiten ermittelt und für die Platzierungen in den verschiedenen Altersgruppen herangezogen. Die Achter-Mannschaft Martin Clark, Bernd und Sascha Ravens, Wolfgang Becker, Deddy Glitsch, Stefan Erhard sowie Reinhard und Rüdiger Dingeldey legten sich ins Zeug. Jeder ging bis an die Grenzen des Leistungsvermögens unter den Augen unserer Fan-Gemeinde Eliot Clark und Udo Hennig sowie der Steuerfrau Katerina Chrysalidis. Insgesamt erreichten wir vor den Augen dieser gnadenlosen Anfeuerer den zweiten Platz in unserer Altersgruppe. Wir sind uns allerdings sicher, dass mit dieser Leistungsfähigkeit und unserer hervorragenden Rudertechnik im richtigen Rennen auf dem Wasser …….. Wer weiß, was da alles hätte passieren können.

 

So richtig wurde dieses Wochenende allerdings erst zu einem gelungenen Wochenende, weil wir dieses Mal schon freitags angereist waren und erst montags die Rückreise antraten. Übernachtet haben wir in einem Ferienhaus in einem Dorf neben Starnberg. Wir hatten uns vorgenommen, insgesamt etwas zu „entschleunigen“ und neben dem Rudern auch noch ein wenig Fahrrad zu fahren. Das klappte dann sowohl am Sonntag wie am Montag auch bei besten Wetterbedingungen. Der erwartete Sturm blieb am Samstag aus und das Wetter verbesserte sich wieder bis hin zu strahlendem Herbstwetter. Wir radelten rund um den Starnberger See, sahen das moderne und viel gelobte Buchheim-Museum in Bernried und besuchten die Benediktiner Mönche auf Kloster Andechs. Dass uns neben der Benediktiner Regel „ora et labora“ natürlich auch das Produkt ihres Wirtschaftsbetriebes gefallen hat, müssen wir wohl nicht extra erwähnen. Generell hat uns die Bayrische Küche gut gefallen – und alle Erfolge des „schlank im Schlaf“ waren innerhalb weniger Tage wieder dahin.

 

Zurückgekehrt an den heimischen Mein-Main setzten wir uns wieder ins Boot, um uns auf die noch ausstehenden Rennen – Würzburg und Mainz – vorzubereiten. Unserem Ruderkameraden Michael Schulz wünschen wir viel Erfolg für seinen Vierer in der Nationalmannschaft bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft (Handicapped-Rennen) in Neuseeland. (RüDi)