Die „Eierfahrt 2010“, nix für Weicheier 10. Januar 2010

 

Eine etwas andere (Winter-) Wanderfahrt

Beste Ruderbedingungen herrschten am 10. Januar bei absolut glattem Wasser, Windstille, leichtem Schneefall und einer angenehmen Rudertemperatur von „warmen“ minus 3° Celsius, als sich am frühen Sonntagmorgen um 8:30 Uhr fünf hartgesottene (böse Zungen behaupteten: Verrückte, Spinner, etc!) Ruderinnen und Ruderer in der Nassovia trafen und auf den (Wasser-) Weg nach Mainz-Weisenau machten. Die ersten Spaziergänger staunten daher nicht schlecht, als Gisela Amend, Carsten Langmann, Thomas Kusch, Ronald Carstensen und Michael Mayer-Marczona unseren Gig-Vierer „Nied“ durch den tiefen Schnee Richtung Bootssteg schleppten. Ganz nach dem Motto: Der Winter ist keine Jahreszeit, sondern eine Herausforderung.

 

Auf Einladung des Weisenauer Rudervereins nahmen wir an der sogenannten „Eierfahrt“ teil, einer Sternfahrt der Rudervereine zwischen Mainz und Bingen, die sich traditionell am 2. Sonntag im Januar in einem der Vereine treffen um sich gegenseitig ein gutes Ruderjahr bei viel Glühwein, hartgekochten Eiern und Brezeln zu wünschen.

 

In Flörsheim wurde nach 90 Minuten rudern durch eine märchenhafte Winterlandschaft eine kurze Pause zum Auftauen und Wechsel des Steuermanns eingelegt. Ab hier tauschten dann auch Thomas und Gisela mit Susann Marczona und Jochen Flebbe die Plätze im Boot, die anschließend mit dem Auto unsere Vorhut nach Weisenau bildeten.

Nach 26 Kilometern auf dem Main wurde die Mannschaft dann noch mal richtig gefordert und kämpfte sich Schlag für Schlag weitere 3 Rheinkilometer flussaufwärts gegen die Rheinströmung nach Weisenau. Angst machten uns dabei lediglich die ersten Ruderboote die uns auf ihrem Heimweg entgegen kamen, sodass wir befürchten mussten, das Glühwein und Eier bereits vertilgt sind. Dem war aber zum Glück nicht so! Da wir die deutlich längste Anfahrtsstrecke hatten, war die Party zwar fast schon vorbei als wir anlegten, aber die Freude der Weisenauer Ruderkameraden über den späten Besuch aus Frankfurt war groß und ehrlich. Schnell wurden wir noch mit jede Menge Eier, Brezeln und Glühwein bewirtet und hatten mit den Ruderern aus Weisenau noch viel Spaß und genügend Gesprächsstoff.

 

Insgesamt trafen sich am 10. Januar in Weisenau über 200 Ruderer (!) aus 10 Vereinen, wobei wir mit einer Ruderstrecke von 29 Flusskilometer klar die „Gewinner“ waren. Andere Vereine waren da doch zurückhaltender und setzten mit Ihren Booten erst kurz vor Weisenau ein um lediglich die letzten Kilometer zu rudern. Nur die Rüsselsheimer Ruderer bewegten ihr Boot auch wieder auf dem Wasser nach Hause, Respekt! Unser Boot musste leider in Weisenau für zwei Tage überwintern, da eine Rückfahrt mit dem Vereinsbus und Hänger mit Sommerreifen nicht zu verantworten war. Was zeigt, dass Rudern im Winter unter Umständen weniger gefährlich sein kann als Auto fahren.

 

Michael Mayer-Marczona